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Wenn man Liebe nicht bedingungslos geben und nehmen kann, ist es keine Liebe, sondern Handel. Emma Goldman
Zum ersten Mal in der Geschichte ist die junge Generation zahlenmäßig kleiner als die alte. Es gibt keinen Druck von unten, die alten Paradigmen durch neue zu ersetzen. Es ist seltsam: Obwohl die Welt sich in rasendem Tempo ändert, steht das Land still. Die Menschen blicken lieber nach hinten als nach vorn.Anita Blasberg (Zeit)
Es ist unsere Last und unser Segen am Ende des Jahrhunderts, dass wir aus dem vertrauten Umfeld vertrieben wurden und auf die Frage nach unserer Identität nicht länger antworten können: Ich bin meines Vaters Sohn, ich bin meiner Mutter Tochter. Jeder von uns trägt die Last, eine eigene Antwort zu finden. Wir müssen uns allein erarbeiten, wer wir sind. So weit die Last.Shoshana Zuboff in der FAZ
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In Island habe man noch einen interessanten Aspekt bemerkt, der sich ergibt, wenn die Banken nicht mehr die mächtigsten Institutionen im Land sind. Grimson sagte, dass seit der radikalen Beschneidung der Banken der Technologie-Sektor blühe. Denn die Banken hätten für ihre komplizierten und volkswirtschaftlich schädlichen Kunstprodukte die besten Mathematiker und Programmierer mit Fantasie-Gehältern aus der Realwirtschaft gelockt. Nun seien die besten Köpfe des Landes wieder dort tätig, wo sie den Bürgern am meisten nützen: In der Realwirtschaft, wo sie für Innovation und Dynamik sorgen.Islands President
A-theismus – also “ohne Gott, Gott verneinend, gottlos” – Das Wort allein zeigt an, wie stark die Religion ihre vorherrschende Existenz in die Gesellschaft getrieben hat. Selbst diejenigen, die religionsfrei sind, werden gezwungen, sich über das Fehlen eines Gottes zu definieren. Jens Best
The really important kind of freedom involves attention and awareness and discipline, and being able truly to care about other people and to sacrifice for them over and over in myriad petty, unsexy ways every day. That is real freedom. That is being educated, and understanding how to think. The alternative is unconsciousness, the default setting, the rat race, the constant gnawing sense of having had, and lost, some infinite thing. Part 1, This is Water - David Foster Wallace
„Whereas the utopia of equality contains a wealth of substantial and positive goals of social change, the utopia of the risk society remains peculiarly negative and defensive. Basically, one is no longer concerned with attaining something ‘good’, but rather with preventing the worst. The dream of the old society is that everyone wants and ought to have a share of the pie. The utopia of the risk society is that everyone should be spared from poisoning“ Ulrich Beck (1986)
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But it also allowed science to invent a new role for itself. Because a new breed of scientists came forward and said that they knew how to analyse the dangers - and anticipate the risks. They wouldn’t try and build dazzling new futures, instead they would keep the world safe by spotting the dangers before they arrived.
It was the beginning of a modern science which now permeates the modern world and whose full dimensions I don’t think we’ve fully recognised. It has become central to all sorts of areas - from medicine and public health, through climate change, finance and the welfare state - and even to the anticipation of terrorism and crime.
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It was work like that which has allowed modern science to rise up in a different form - and again become central to society - because now it was warning us of the dangers. Which is good. But there is a weakness in this scientific approach that can allow it to be shaped and manipulated by wider social and political forces.
This is because if you look for correlations you often have no real idea of why something is happening - just that it is somehow associated. The warning phrase is “correlation does not mean causation.”
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Now - in an age of individualism - it is to keep us in our place by promoting the idea that we should just focus on ourselves and our bodies. And not think about the wider problems of growing inequality and the unfairnesses that brings. Adam Curtis
In Portugal gibt es von allem etwas, aber das Deutsche und das Portugiesische unterscheiden sich nicht nur in ihren Klischees, sondern vor allem im Alltag, und das Geheimnis liegt in den Tagen verborgen. Die Deutschen sind gut an der Arbeit, die Portugiesen besser danach. In Portugal arbeitet man gern im Blaumann und setzt sich nach Feierabend im Anzug auf einen schönen Platz. Öffnet eine Flasche Wein. Wartet auf jemanden, mit dem man diese teilen kann. Ende der Aktion. In Deutschland fährt man schon im Anzug zur Arbeit und zieht sich nach Feierabend lieber was Graues an.Konstantin Arnold
Früher hatte jeder Angst, mit Brechts Parabel von Herrn K. konfrontiert zu werden, der bei der Feststellung, er habe sich gar nicht verändert, blass wurde. Heute wehren sich die Leute, regressiv, wie sie sind, gegen den Anschein, dass die Zeit bei ihnen Spuren hinterlässt, und damit gegen die Einsicht, dass die Zeit für gewisse Dinge auch einmal vorbei ist. Die Kategorie „altersgemäß“ spielt keine Rolle mehr. Edo Reents - FAZ.net
Wenns mal nicht so läuft … http://thenicestplaceontheinter.net/
Es ist eine der grossen Ungerechtigkeiten im Leben, dass Zuverlässigkeit (zumindest in der Aufmerksamkeitsbranche) nicht honoriert wird. Schon nach wenigen Tagen haben sich alle daran gewöhnt, dass Kollege XY pünktlich unproblematischen Stoff liefert. Niemand wird auch nur ein Wort darüber verlieren, höchstens ein flüchtiges: «Danke». Die grosse Nachrichtenmaschine nimmt stumm ein weiteres Rädchen in Betrieb. Das war’s.Constantin Seibt
Menschen brauchen Bezüge, sie geben ihnen das Gefühl von Orientierung und Sicherheit. Ein Platz muss Autos, Radfahrer und Fußgänger gut sortieren, aber er darf sie nicht völlig trennen. Jeder sollte Rücksicht nehmen müssen. Es ist auch ein Ausdruck von demokratischer Kultur, dass man diese Trennung aufgibt, die in einer Stadt ja sowieso meistens nicht funktioniert. Rehwaldt
Die Band strebte einfachere Lieder an, die schneller auf den Punkt kommen. Zu diesem Zwecke fragten Metallica den Kanadier Bob Rock, der zuvor mit Aerosmith, Bon Jovi und Mötley Crüe gearbeitet hatte, ob er das neue Album mischen möchte. Schließlich sollte Rock das gesamte Album produzieren. Insgesamt ein Jahr verbrachte die Band im Studio. Die gesamten Aufnahmen kosteten eine Million US-Dollar und führten bei drei Bandmitgliedern zur Ehescheidung.[14]
„Es war das schwierigste Album, das wir je gemacht haben. Irgendwann war klar, dass es verdammt gut werden würde, aber ich habe Bob [Rock] trotzdem gehasst und hinterher ein Jahr lang nicht mit ihm geredet. […] Als wir uns schließlich von den Strapazen erholt hatten, wurden wir jedoch gute Freunde.“– Lars Ulrich[9]Wikipedia zuMetallica
Die Uhr veränderte das Leben der meisten Leute der westlichen Welt in größtem Ausmaß und tut das bis heute. Dabei ist die Uhrzeit vollständig virtuell, ausgedacht, künstlich erschaffen zur Ergänzung der natürlichen Zeitmessung wie Tag und Nacht. Und wie jede anständige Virtualität ist die Uhrzeit nichts wert und wirkungslos, wenn man sie als Idee nicht akzeptiert oder wenn man nicht über die entsprechenden Interfaces wahrnimmt, weil sie nicht physisch ist, nicht greifbar - virtuell eben.
Gefühlter Kontrollverlust ist eine Frage der Gewöhnung an Technik
Und mit einem Mal wird klar, dass die Gesellschaft sich seit Jahrhunderten auf virtuelle Systeme verlässt. Dass der gefühlte Kontrollverlust, der im Zusammenhang mit dem Internet vielen Angst macht, bloß eine Frage der Gewöhnung an Technologie ist. Oder eine Frage der Verdrängung. Geld auf dem Konto ist nichts anderes als eine der frühesten Cloud-Funktionen und gleichzeitig höchst virtuell wie auch weltbestimmend. Wer weiß schon, wie und wo das eigene Geld gespeichert ist, nur ein wackeliger Vermerk, eine kleine (seltener: große) Zahl auf irgendeinem Server, der man sich nur durch ein Interface überhaupt nähern kann und die so fragil scheint wie alle Virtualität. Sasha Lobo @spiegel.de
Wunderschöner Auftritt von Georg Schramm über den Zorn
Mit größerer Wucht stellt sich die Vernunft dem Bösen entgegen, wenn Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. Papst Gregor I. (der Große) - ca. 6 Jahrhundert
Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.John Maynard Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes
What happened in Stafford's work was that he was talking about organization and how things organize themselves in this new way. And there was one sentence in the book which I think I still remember, he said 'instead of trying to organize it in full detail, you organize it only somewhat and you then rely on the dynamics of the system to take you in the direction you want to go.' And this became my sort of motto for how I wanted composition to be.
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But essentially they're all experiments with ourselves in trying to remind ourselves that the controlling talent that we have must be balanced by the surrendering talent that we also have. And so my idea about art as gardening is to sort of revivify that discussion and to say let's accept the role of gardener as being equal in dignity to the role of architect, as in fact Brian Eno auf edge.org
Vaillant zieht daraus die Lehre: »Eine lieblose Kindheit verdammt uns nicht für immer.« Vielmehr würden wir unser ganzes Leben lang durch die Beziehungen zu geliebten Menschen geprägt. »Glück ist Liebe. Punkt.«zeit.de
XYZ 1) solle sich nicht damit beschäftigen, die eigenen Biografien zu verteidigen, sondern die Zukunft gestalten.taz.de
Die Gerechtigkeit ist eine Idee, so alt wie die Menschheit, sie könnte die Verteidigung noch lohnen. Mit den Worten des Existenzialisten Albert Camus: »In nichts nachgeben, was die Gerechtigkeit betrifft, und auf nichts verzichten, was die Freiheit angeht.« Camus meinte, dass wir die Freiheit nie wieder von der Forderung nach Gerechtigkeit trennen dürfen. Sonst landen wir immer nur im Kapitalismus oder im Sozialismus. Sonst leben wir weiter in der besten aller möglichen Welten und wundern uns, dass sie nicht funktioniert.zeit.de
Der Sozialpsychologe Solomon Asch hat in den fünfziger Jahren ein Experiment gemacht. […] Versuchspersonen sollen vier verschieden lange Linien miteinander vergleichen. Zwei der Linien sind genau gleich lang. Die dritte und vierte Linie aber haben eine andere Länge – extrem anders. Man sieht es sofort.
Die Frage an die Versuchsperson lautet: »Welche beiden Linien sind gleich lang?«
Diese Frage soll in Anwesenheit anderer beantwortet werden, in einer größeren Gruppe. Die Versuchsperson ahnt nicht, dass alle anderen Mitglieder der Gruppe mit dem Testleiter zusammenarbeiten. Die eingeweihten Gruppenmitglieder geben alle eine falsche Antwort. Alle. Diese Antwort, wie gesagt, ist so grotesk falsch, dass selbst ein fünfjähriges Kind das merken muss.
Drei Viertel der Versuchspersonen schließen sich, im Durchschnitt, trotzdem der falschen Antwort an. Nur ein Viertel hat den Mut, den eigenen Augen mehr zu trauen als der Gruppe. Die anderen denken vielleicht, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt. Oder sie wollen nicht unangenehm auffallen.
[…]
Vor Kurzem wurde es mit Vierjährigen ausprobiert.[…] In 18 von 24 Versuchen passten sich die Kinder, die es besser hätten wissen müssen, der Mehrheit an. Sie sahen ein Bild ihrer Mutter und sagten, wie alle anderen: »Ich sehe einen Goldhamster.«
In den fünfziger Jahren, in denen ich geboren wurde, dachte fast jeder, dass Deutschland die im Krieg verlorenen Ostgebiete auf keinen Fall aufgeben dürfe, dass Frauen nur in Ausnahmefällen arbeiten gehen sollten, dass Homosexualität eine Perversion sei, über die man am besten nicht spricht, dass es tausend wichtigere Dinge gebe als Umweltschutz. Heute denkt fast jeder in diesen Fragen ungefähr das Gegenteil. Auch ich denke das Gegenteil.Ich denke ziemlich genau das Gegenteil von dem, was meine Großeltern gedacht haben, die allerdings, in ihrer Zeit, völlig normal waren, mit anderen Worten: Mainstream.
In jeder Epoche haben die Menschen an andere Wahrheiten geglaubt, und zwar an die gleichen wie ihre Nachbarn. Die Furcht vor Hexen oder die Verehrung für den Kaiser, die in den Köpfen meiner Urgroßeltern wohnten, sind meinen Großeltern genauso falsch vorgekommen, wie mir heute der Gedanke falsch vorkommt, dass man die Ostgebiete nicht aufgeben darf.
Und weil die Geschichte immer weitergeht, werden meine heutigen Meinungen den Nachgeborenen wohl auch seltsam vorkommen. Ich weiß, dass ich in den Augen der Zukünftigen eine lächerliche Figur bin.
Diese Erkenntnis macht mich demütig. zeit.de ("Der Sog der Masse")
Man könnte etwas salopp sagen, die Psychologen kümmern sich um das Notwendige, die Soziologen um das Mögliche. So hätte es jedenfalls hier ausreichenden Sinn. sozialtheoristen.de (Aus der Diskussion "Was weiß Google schon")
Ein normativer Eckpfeiler dieser Sozialstaatskultur ist die systematische, ständig fortschreitende Verschiebung der Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit: Was früher einmal als unausweichliches oder altersbedingtes Leiden galt, ist heute eine Krankheit, die, unabhängig vom Alter oder der Prognose, behandelt werden muss. Es ist zu erwarten, dass vieles, was heute noch als Problem der persönlichen Lebensführung gelten mag, früher oder später dem Gegenstandsbereich der Medizin zugeschlagen werden dürfte. Markus Pawelzik (zeit.de)
The problem of selective reporting is rooted in a fundamental cognitive flaw, which is that we like proving ourselves right and hate being wrong. “It feels good to validate a hypothesis,” Ioannidis said. “It feels even better when you’ve got a financial interest in the idea or your career depends upon it.”
Das Netz, das wird immer deutlicher, folgt den Regeln des talmudischen Kommentars, nicht denen des wissenschaftlichen. Offenbar nehmen wir Quellen, auch nachrichtliche, zunehmend als Glaubensinhalte wahr, nicht mehr als Fakten. Es könnte so sein, aber es könnte auch anders sein. Die alltägliche Wissenssozialisation beruht heute auf der Annahme: Die Fakten stimmen nicht mehr, jedenfalls stimmen sie nicht sehr lange – nicht deshalb, weil sie gelogen wären (auch das kommt vor), sondern weil sie schon in der nächsten Minute ganz anders sein können. Das Netz – in seinem gegenwärtigen Stadium – verhandelt deshalb vor allem das, was die Talmudisten „Lehrmeinungen“ nannten – Meinungen, nicht Orthodoxien.faz.net
Individually, we have all already experienced the massive changes resulting from digitisation. Events or information that we once considered ephemeral and private are now aggregated, permanent, public. If these cables seem large, think about the 500 million users of Facebook or the millions of records kept by Google. Governments hold our personal data in huge databases. It used to cost money to disclose and distribute information. In the digital age it costs money not to.guardian.co.uk
Wenn der Arbeitslose sich seine Piercings entfernt, zum Friseur geht, und seine Projekte entwickelt, ernsthaft »an seiner Beschäftigungsfähigkeit « arbeitet, wie man sagt, dann zeugt er dadurch von seiner Mobilisierung. Die Mobilisierung ist dieses leichte Ablösen von sich selbst, dieses belanglose Ausreißen von dem, was uns ausmacht, dieser Zustand der Fremdartigkeit, von dem aus das Ich als Objekt der Arbeit gehalten werden kann, aus dem heraus es möglich wird, sich selbst zu verkaufen und nicht seine Arbeitskraft, sich entlohnen zu lassen, nicht für das, was man tut, sondern für das, was man ist, für unsere exquisite Beherrschung sozialer Codes, unsere zwischenmenschlichen Talente, unser Lächeln oder unsere Art zu präsentieren. Der kommende Aufstand